Basstölpel

Ruderfüßer

Ruderfüßer sind große Wasservögel wie Baßtölpel, Pelikane und Kormorane Artensteckbriefe. Bei den Ruderfüßern sind alle vier Zehen mit Schwimmhäuten verbunden

Raymond Loyal Wildlife

Ruderfüßer

Systematische Einordnung

Ordnung: Pelecaniformes
Familien

  • Baßtölpel (Morus)
  • Pelikane (Pelecanus)
  • Kormorane (Phalacrocorax)


Allgemeines:

Große Wasservögel; alle vier Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden; in der Regel Koloniebrüter

Arten in der westlichen Paläarktis:

  • Baßtölpel (Morus bassanus)
  • Rosa-Pelikan (Pelecanu onocrotalus)
  • Krauskopf-Pelikan (Pelecanus crispus)
  • Kormoran (Phalacrocorax carbo)
  • Krähenscharbe (Phalacrocorax aristoteles)
  • Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmaeus) 


Basstölpel Morus bassanus

Raymond Loyal Wildlife

Basstölpel (Morus bassanus)

Basstölpel sind … 

Flugakrobaten.

Basstölpel sind absolute Könner beim Fliegen, dabei sind sie in ihrem Element. Es ist eine Freude den Tieren zuzusehen. Wenn sie über dem Meer fliegen, wenn sie Fische fangen oder wenn sie sich von den Aufwinden an den Klippen treiben lassen und dabei kunstvolle Flugmanöver vollbringen.

Ihre Nahrung erbeuten sie durch Stoßtauchen, wobei der Vogel aus der Höhe im Sturzflug in das Wasser eintaucht und dabei versucht den Fisch zu fangen. Die Jagd erfolgt bei Wind und Wetter. In seinem Flugverhalten ähnelt der Baßtölpel dem Albatross. Das gilt auch für die Landung. Die Tiere beginnen ihren Flug von den Brutfelsen aus, zu denen sie auch zurückkehren. Beim Landen geriert so manche Landung zu einer echten Bauchlandung. 

Basstölpel Morus bassanus

Brutkolonien der Basstölpel

Der Basstölpel ist an das Vorhandensein von Steilküsten mit Steilklippen gebunden. In den Steilklippen besiedeln die Basstölpel ihre eigene Etage. Die Brutkolonien der Basstölpel sind sehr groß, was schon allein der Tatsache geschuldet wird, daß Basstölpel sehr gesellige Vögel sind, die auch nach dem Brutgeschäft zu hunderten gemeinsam auf den Klippen sitzen. 
Die wesentlichen Brutkolonien finden sich an den folgenden Orten:

  • Bass Rock / Schottland (UK)
  • Sankt Kilda / Hebriden - Schottland
  • Sula Sgeir / Hebriden - Schottland
  • Isle of Grassholm / Wales - Pembrokeshire Coast National Park
  • Insel Eldey / Island
  • Isle of Little Skellig / Westküste Irland
  • Südwestküste Irlands / Counties Kerry und Cork einzelne Kolonien
  • Insel Runde / Norwegen
  • Insel Syltefjord / Norwegen
  • Insel Hovflesa / Norwegen
  • Insel Storstappen / Norwegen
  • Ile Rouzic / Frankreich
  • Insel Helgoland / Deutschland
  • Isle of Bonaventure / Neufundland - Kanada

Basstölpel - ein Portät

Basstölpel Morus bassanus

Steckbrief Basstölpel

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum - Biologie - Bilder


Systematische Einordnung:

Ordnung: Sulliformes 

Familie: Silidae

Gattung: Tölpel

Art: Basstölpel

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Morus bassanus

Artname in Englisch: Gannet

Artname in Französisch: Fou de Bassan.

Vorkommen / Verbreitung: Nordsee und Nordatlantik, in Europa (Island, Schottland, Skandinavien, Deutschland); in Deutschland ist die einzige Brutkolonie auf der Insel Helgoland.
Lebensraum: das offene Meer, ansonsten die Brutfelsen an der Küste, zu denen die Vögel immer wieder zurückkehren.

Größe

♂ 80 cm, 

 ♀ 90 cm

 

Spannweite: 170-180 cm

Gewicht: 2900-3200g

Geschlechtsreife: zwischen dem vierten und sechsten Jahr

Bruten: 1 / Jahr

Brutzeit: April - Juli

Nest: Bodennest auf Felssims am Brutfelsen

Gelege: 1 Ei 

Brutdauer: 44 Tage 

Nestlingsdauer: 75-90 Tage

Nahrung: Fische. Das Beutespektrum bei Fischen ist recht groß. Die Hauptbeutearten sind Hering und Makrele. Der Basstölpel passt sich dem örtlichen Angebot an und so finden sich unter den möglichen Beutearten auch noch: Sardine, Sardelle, Maifisch, Stint, Köhler, Stintdorsch, Meerbrasse, Sandaal. Die Aufzählung ist nicht abschließend.
Jagd: Bei den genannten Arten handelt es sich um Schwarmfische. Der Basstölpel jagdt also nicht nach einzeln schwimmenden größeren Fischen, sondern orientiert sich zuerst am Erscheinen von Fischschwärmen, aus deren  Mitte er sich dann bedient.
Basstölpel jagen durch Stoßtauchen. Dabei stößt der Vogel aus bis zu 40 m Höhe in das Wasser und versucht einen Fisch zu fangen. Danach steigt der Basstölpel fliegend wieder aus dem Wasser auf.
Basstölpel halten sich auch in der Nähe von Fischkuttern auf und fangen dann Fischabfälle.
Tauchtiefe: ca. 4 m bis 22 m Tiefe

Lebensdauer: maximal 25 Jahre
Feinde: Wetter, Parasiten, Raubmöwen, Möwen, Seeadler, Kolkrabe, Fuchs
Jagdzeit: keine

Basstölpel Morus bassanus

Der Basstölpel ist ein Stoßtaucher!

Stoßstauchen! Was heißt das eigentlich? 
Dazu müssen wir uns ansehen, wie der Baßtölpel seine Beute jagt. Der Basstölpel fliegt von seiner Kolonie los und kreist draußen über dem Meer. Dabei sucht der Basstölpel nicht nach einzelnen großen Fischen. Das genau tut er nicht. Der Baßtölpel richtet sein Augenmerk auf Fischschwärme, die in erreichbarer Tiefe im Wasser unterwegs sind. 
Für den Beobachter sieht das zuerst unspektakulär aus. Diese Suchflüge über dem Meer sind übrigens keinesfalls an schönes Wetter gebunden. Soll heißen, der Basstölpel ist auch bei starken Winden oder Sturm draußen auf dem Meer und sucht das Wasser nach beutefähigen Fischen ab.
Dann passiert es. Für den Beobachter völlig unvermittelt kippt der Körper des Basstölpels nach vorne, die Flügel werden am Körper angelegt und der Vogel stürzt kopfüber, wie ein Pfeil, nach unten in das Wasser. Das ganze passiert in Sekundenschnelle und der Vogel platscht in das Wasser. Nach einer kurzen Weile kommt der Basstölpel wieder aus dem Wasser heraus. Den Fisch hat er bereits unter Wasser verschluckt. 
Dieses Schauspiel bei Sturm zu beobachten macht es dem Beobachter deutlich, welch gute Flieger Basstölpel sind. Ihre Gewandtheit im Flug ist schlicht phänomenal. 

Das erste mal, als ich selbst dieses Schauspiel beobachten konnte war 1978 in der Nähe von Port Logan an der Schottischen Westküste. Damals war die Windgeschwindigkeit um die 80 Meilen, wir standen an einer hufeisenförmigen Bucht oben auf den Klippen. Die See rollte mit riesigen Wellenbrechern in die Bucht und man konnte sich kaum selbst auf den Beinen halten. Nur dem Baßtölpel, draußen auf dem Meer machte das alles nichts. Der stürzte sich mehrfach ins Wasser und kam auch nach kurzer Zeit immer wieder heraus. Es war ein tolles Erlebnis. 

Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Morus bassanus
Basstölpel Begrüssung
Basstölpel Begrüssung
Basstölpel Begrüssung
Basstölpel Begrüssung
Basstölpel Begrüssung
Kormoran

Kormoran (Phalacrocorax carbo)


Steckbrief: Kormoran

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

Systematische Einordnung:

Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)

Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)

Gattung: Kormoran (Phalacrocorax)

Art: Kormoran 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Phalacrocorax carbo

Artname in Englisch: Great Cormorant

Artname in Französisch: Grand Cormoran.

Vorkommen / Verbreitung:  große Teile Europas, Norwegen, Nordschweden, Westafrika, Ostafrika, Südostasien, Island, Westküste von Grönland, Ostküste der USA.

 

Wanderungen: überwiegend Brutvogel, streicht außerhalb der Brutzeit auch umher

Überwinterung: Großbritannien, östlicher Mittelmeerraum, Nordafrika.

 

Lebensraum: Binnengewässer mit angrenzendem hohen Baumbestand/Wald, Flüsse, Flussmündungen, Meeresküste.

Verhalten: tagaktiv

Kennzeichen: überwiegend schwarz mit weißer Kehle und metallisch glänzendem Gefieder. Kormorane können häufig dabei beobachtet werden, wie sie nach dem Tauchen auf Baumstämmen, Pfählen oder sonstigen Erhebungen sitzen und die Flügel zum Trocknen ausbreiten. Zur Brutzeit mit weißem Fleck in der Schenkelgegend. Im Flug werden die Flügel beim Flügelschlag von unten bis nach oben zu einer V-Stellung angehoben. Fliegt in Formation wie die Gänse

Juvenil ist überwiegend dunkelbraun mit heller/weißer Unterseite. Ab dem zweiten und dritten Kalenderjahr wird das Gefieder zunehmend dunkler und glänzender

Augen dunkel

Größe: 77-94 cm, Weibchen kleiner und leichter

Gewicht: ♂1,975-3180 g, ♀leichter mit ca. 1670-2600 g, 

Spannweite: 121-149 cm

Stimme: tiefer, krächzender Laut

Geschlechtsreife: 3. bis 4. Lebensjahr

Paarungszeit: ab Februar; monogame Ehe, Saisonverbindung

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit: Februar/März-Mai, 

Nest: im Inland auf hohen Bäumen, sonst je nach örtlicher Beschaffenheit auch auf dem Boden oder auf Klippen/Felsen 

Gelege: 2-5 Eier, Brutkolonien mit mehreren hundert Tieren.

Nachgelege: möglich 

Legeabstand: 2 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des ersten Ei

Brutdauer: 28 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, öffnen erst nach einer Woche die Augen,  48 Tage

Flügge: nach 2 Monaten voll flugfähig.

 

Nahrung: Fische, Krabben

Jagd: durch Tauchen, bis 30 m Tiefe

 

Lebensdauer: 20 Jahre

Feinde: Seeadler, Uhu, Krähen, Waschbär, Marderhund, Rotfuchs, Mensch

Kormoran Phalacrocorax carbo

Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis)

Steckbrief: Krähenscharbe

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

Systematische Einordnung:

Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)

Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)

Gattung: Kormoran (Phalacrocorax)

Art: Krähenscharbe 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Phalacrocorax aristolelis

Artname in Englisch: European Shag

Artname in Französisch: Cormoran huppé.

Vorkommen / Verbreitung:  West- und Nordeuropa, Küste von Belgien und Niederlande, auch in der deutschen Bucht (Helgoland), Island und britische Inseln, Mittelmeerraum.

 

Wanderungen: überwiegend Jahresvogel 

Überwinterung: je nach Wetterlage Teilzieher im Verbreitungsgebiet.

 

Lebensraum: Klippen, Küste, felsige Inseln, stets in Küstennähe; nur seltener Irrgast im Binnenland.

Verhalten: tagaktiv

Kennzeichen: ähnlich Kormoran jedoch kleiner. Erzgrüner Schimmer an Kopf und Hals; Schnabel gelblich, zur Brutzeit mit auffallend gelbem Schnabelwinkel. Während der Brutzeit mit sichtbarem, kleinem Federschopf auf dem Oberkopf

Juvenil ist überwiegend dunkelbraun mit heller/weißer Unterseite. Ab dem zweiten und dritten Kalenderjahr wird das Gefieder zunehmend dunkler und glänzender


Größe: 67-78 cm

Gewicht: 1800 g, 

Spannweite: 95-110 cm

Stimme: klickender grunzender Laut

Geschlechtsreife: ♂ 3. bis 4. Lebensjahr, ♀ mit 4 Jahren

Paarungszeit: ab Februar; monogam, Saisonverbindung

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit/Legezeit: März/April-Mai/Juni, 

Nest: Felsvorsprünge auf Klippen, flaches Nest aus Pflanzenmaterial 

Gelege: 1-6 Eier Ø 3 Eier, größere Brutkolonien, jedoch mit größeren Nestabständen.

Nachgelege: möglich 

Legeabstand: 1 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des zweiten Ei

Brutdauer: 28-30 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, Ø 53 Tage

Flügge: nach 2 Monaten flugfähig, nach 10-12 Wochen auch vollkommen selbständig.

 

Nahrung: Fische

Jagd: durch Tauchen auf offener See

 

Lebensdauer: ca. 20 Jahre

Feinde: Seeadler, Möwen als Bruträuber

Steckbrief: Zwergscharbe

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum - Biologie


Systematische Einordnung:

Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)

Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)

Gattung: Kormoran (Phalacrocorax)

Art: Zwergscharbe 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Phalacrocorax pygmeus

Artname in Englisch: Pygmy Cormorant

Artname in Französisch: Cormoran pygmée.

Vorkommen / Verbreitung:  Hauptsächlich in Rumänien, Donaudelta, Schwarzes Meer, Aserbaidschan. Weitere Populationen existieren in Ungarn, Griechenland, Türkei, europäisches Russland; auch Populationen in der Slowakei.

 

Wanderungen: in Mitteleuropa seltener Irrgast, ansonsten überwiegend Teilzieher 

Überwinterung: Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Türkei, Irak (Zweistromland).

 

Lebensraum: Binnengewässer, Sümpfe und an der Küste.

Verhalten: tagaktiv

Kennzeichen: ähnlich Krähenscharbe jedoch erheblich kleiner, ungefähr Bläßhuhngröße. Im Brutkleid Kopf und Hals dunkel-rotbraun, ansonsten schwarz mit grünlichem Glanz. Körper mit feinen weißen Flecken übersäht. 

Im Ruhekleid keine weiße Fleckung der Körperpartien. Helle Kinnpartie bis zur Basis des Unterschnabels. 

Immatures Exemplar ähnelt dem Ruhekleid aber graubraun; weiße Kinnpartie bis zum Ansatz des Unterschnabels und heller Bauch.

Größe: 45-55 cm

Gewicht: ca. 700 g, 

Spannweite: 75-90 cm

Stimme: krächzender grunzender Laut, wird nur in der Kolonie abgegeben, sonst still

Geschlechtsreife: nach 2-3 Jahren

Paarungszeit: ab März; monogam, Saisonverbindung

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit/Legezeit: Ende Mai - Juli, 

Nest: Nest besteht aus Zweigen und trockenem Schilf; Baumbruten oder im Schilf, Koloniebrüter, auch vermischt mit Reihern und Kormoranen 

Gelege: 3-5 Eier Ø 

Nachgelege: möglich bei Gelegeverlust

Legeabstand: 1 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des ersten Ei

Brutdauer: 27-30 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, 47-50 Tage, werden von beiden Altvögeln gefüttert.

Flügge: ca. 60-(70) Tage.

 

Nahrung: hauptsächlich Fische mit Längen von bis zu 10 cm; Frösche, junge Wasserratten

Jagd: durch Tauchen unter Wasser.
Tauchtiefe: bis zu 10 m
Tauchdauer: bis zu 60 Sekunden, im Mittel 30-45 Sekunden

 

Lebensdauer: ca. 20-(25) Jahre

Feinde: Seeadler, Möwen als Bruträuber

RL Wildlife

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