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Schreitvögel

Schreitvögel sind Stelzvögel. Dazu gehören Graureiher Silberreiher Seidenreiher Artensteckbriefe. Merkmale langer Schnabel langer Hals lange Beine

Graureiher Ardea cinerea

Schreitvögel

Schreitvögel sind "Stelzvögel", diese Bezeichnung kommt von der Art wie die Vögel dieser Ordnung gehen: Sie schreiten durch die Landschaft, langsam und bedächtig. 
Schreitvögel haben drei wesentliche Merkmale:

  • langer Schnabel
  • langer Hals
  • lange Beine


Einige Arten brüten in Kolonien, andere sind Einzelbrüter. Im Durschnitt bestehen die Gelege aus 2-6 Eiern. 

Welche Familien gehören zu den Schreitvögeln?

Die Ordnung der Schreitvögel besteht aus drei Familien:

  • Reiherartige (Familie Ardeidae); wesentliches Merkmal ist der beim Flug eingezogene Hals
  • Störche (Familie Ciconiidae), wesentliches Merkmal ist der beim Flug langestreckte Hals
  • Löffler und Ibisse (Familie Threskiornithidae), wesentliches Merkmal sind neben dem beim Flug ausgestreckten Hals, beim Ibis der abwärtsgebogene Schnabel und beim Löffler, der an der Spitze, verbreiterte Schnabel.
  • Flamingos (Phoenicopteriformes); sehr große Vögel mit sehr langen Beinen und Hals, im Flug ausgestreckter Hals, kurzer gewinkelter Schnabel
  • Dommeln (Botaurinae), beim Flug hängen die Beine halb herunter


Welche Arten gehören zu den Schreitvögeln?

Dommeln

  • Rohrdommel (Botaurus stellaris)
  • Bartrohrdommel - Nordamerikanische Rohrdommel (Botaurus lentiginosus)
  • Zwergdommel (Ixobrychus minutus)


Reiher

  • Nachtreiher (Nycticorax nycticorax)
  • Mangrovenreiher (Butorides striata)
  • Kuhreiher (Bubulcus ibis)
  • Rallenreiher (Ardeola ralloides)
  • Seidenreiher (Egretta garzetta)
  • Küstenreiher (Egretta gularis)
  • Silberreiher (Casmerodius Albus)
  • Graureiher (Ardea cinerea)
  • Purpurreiher (Ardea purpurea)


Störche

  • Weißstorch (Ciconia ciconia)
  • Schwarzstorch (Ciconia nigra)


Löffler und Ibisse

  • Sichler (Plegadis falcinellus)
  • Waldrapp (Geronticus eremita)
  • Löffler (Platalea leucordia)


Flamingos

  • Rosenpelikan (Phoenicopterus ruber)
Graureiher Ardea cinerea

Reiher

Der Reiher ähnelt in Größe dem Storch. Der Reiher ist überwiegend grau mit einem weißen Körper und einem schwarzen Streif auf der Vorderseite des Halses. Kräftige lange Beine in bräunlicher Farbe. Schwarzer Überaugenstreif, der sich bis zum Nackenschopf fortsetzt. 

Reiher 

Reiher gehören zu den Schreitvögeln, Ordnung Ciconiiformes. Sie sind Stelzvögel mit langen Beinen, Hälsen und Schnäbeln. Die Reiherartigen gehören zur Familie Arddeidae

Der Graureiher (Ardea cinerea)

Graureiher Ardea cinerea

Was ist ein Graureiher?

Der Graureiher ist ein Schreitvogel und gehört zur Familie der Reiher (= Ardeidae). Graureiher sind in ganz Europa flächendeckend verbreitet. D.h. Graureiher können wir fast überall beobachten. 

Wie sieht der Graureiher aus?

Woran erkennen wir einen Graureiher? Von der Größe ähnelt der Graureiher dem Storch. Von seinem Habitus, also wie der Graureiher aussieht und sich bewegt, besteht überhaupt keine Ähnlichkeit mit dem Storch.
Die Körpergröße des Graureihers liegt zwischen 90-100 cm, die Spannweite liegt zwischen 175-195 cm. Damit wirkt der Graureiher besonders im Flug sehr groß.
Das Gewicht der Graureiher ist ebenfalls sehr variable mit mindestens 1000 g und maximal 2000 g. 
Der Graureiher hat lange Beine und einen langen hellen Hals. Kopf und Hals sind weiß. Auf der Vorderseite des Halses zeigt der Graureiher einen schwarzen Streifen. Ein Überaugenstreif verläuft von der Schnabelbasis bis in den Nacken und mündet dort in einen Nackenschweif. Der Scheitel ist weiß 
Die Unterseite ist weiß mit schwarzen Flecken, die Flanken sind blaugrau. Die Oberseite ist grau.
Im Flügel sind Handschwinge (HS), Armschwinge (AS), Armdecken (ArmD) und der Daumenfittich schwarz. 

Im Flug ist der Graureiher, schon wegen der Spannweite, eine beachtliche Erscheinung.

Die juvenilen (Jungvögel) Graureiher sind an der Stirn und am Scheitel grau und zeigen keinen Schmuckfedern im Nacken. Auch sind bei den Jungvögeln Hals und Brust noch überwiegend grau. Insgesamt fehlt den Jungvögeln der Kontrast in den Gefiederfarben. 

Wie ist die Verbreitung des Graureihers?

Der Graureiher ist insgesamt quer über die eurasische Landmenge verbreitet. Das bedeutet, wir treffen den Graureiher auf dem gesamten europäischen Festland, auf den britischen Inseln, im südlichen Skandinavien, an der norwegischen Küste und weiter über Russland und den Ural nach Sibirien und bis nach China. Mit der Ausnahme von Norwegen, wo der Graureiher als Brutvogel vorkommt, ist er nicht in den arktischen Bezirken Russlands anzutreffen. 
Ganzjährig kommt der Graureiher in Westafrika, Ostafrika, Zentralafrika und im südlichen Afrika vor. Ebenso ganzjährig ist der Graureiher auch in Teilen Pakistans, und Indiens sowie in Südostasien (China und Japan) verbreitet.
Überwinterungsgebiete des Graureihers finden sich in Südfrankreich, Spanien, Nordafrika, Italien, von Slovenien über Bulgarien bis in die Türkei, östlich des Kaspischen Meeres, im Irak, Iran, in Teilen von Afghanistan, Pakistan und Indien. 

Wie ernährt sich der Graureiher?

Was frisst der Graureiher täglich? Hauptsächlich besteht die Nahrung des Graureihers aus Fisch. Das ist auch der Grund, warum der Graureiher im Volksmund als "Fischreiher" bezeichnet wird. Der Graureiher ist der Freund aller fischreichen Gewässer. So haben Graureiher auch schon in so manch einem Garten die Zierfische aus dem Gartenteich verspeist, zum Leidwesen der Hausbesitzer.
Neben den Fischen fressen Graureiher als Nahrung Amphibien, Kleinsäuger (z.B. Mäuse), Reptilien, Insekten und Wirbellose.
Der Nahrungsbedarf eines Graureihers liegt bei 330-500 g pro Tag. 
Die bevorzugte Fischgröße liegt bei 10-15 cm, maximal sind schon Fische mit Größen von 20-30 cm festgestellt worden. 
Die Nahrungsansprüche der Graureiher verändern sich mit der Jahreszeit. Vom Herbst bis zum nächsten Frühjahr greift der Graureiher sehr stark auf Wühlmäuse zurück, die auf Feldern und Wiesen erbeutet werden. 
Im ausgehenden Frühjahr und während der Jungenaufzucht wird dann wieder vermehrt auf Fisch zurückgegriffen.

Graureiher Ardea cinerea

Steckbrief: Graureiher

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum - Bilder - Ökologie


Systematische Einordnung:

Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)

Familie: Reiher (Ardeidae)

Unterfamilie: Tagreiher (Ardeinae)

Gattung: Große Reiher (Ardea)

Art: Graureiher

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Ardinea cinerea

Artname in Englisch: Grey Heron

Artname in Französisch: Heron cendre.

Vorkommen / Verbreitung: Mitteleuropa, Westeuropa, Südeuropa, britische Inseln, Teile Skandinaviens, weiter über Russland bis nach China, südliches Afrika, Südostasien.

Lebensraum: Binnengewässer, Flüsse, Flussmündungen, Küstengebiete,

Größe: 90-100 cm.  

Spannweite: 175-195 cm

Gewicht: 1000-2000g

Geschlechtsreife: ab dem 2. Jahr

Bruten: 1 / Jahr

Brutzeit: März-Juni

Nest: großer runder Reisigbau in Baumwipfeln

Gelege: 4-5 Eier 

Legeabstand: 2 Tage

Brutbeginn: ab 1. Ei

Brutdauer: 25-26 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, ab dem 30. Tag selbständig auf dem Brutbaum

Flügge: nach 50 Tagen.

Nahrung: Fische, Lurche, Insekten, Ratten und Mäuse

Jagdrevier: Gewässer und Felder, Wiesen

Lebensdauer: maximal 35 Jahre (ältestes nachgewiesenes Exemplar), hohe Jungensterblichkeit (bis zu 70%)

Feinde: Infektionskrankheiten, Mensch, Rabenvögel (Bruträuber), Fuchs, größere Greifvögel

Graureiher Ardea cinerea
Graureiher Ardea cinerea
Graureiher Ardea cinerea

Der Silberreiher (Casmerodius albus) 

Silberreiher

Was ist ein Silberreiher?

Der Seidenreiher gehört zur Familie der Reiher (Ardeidae) und damit zur Ordnung der Schreitvögel. 

Wie sieht der Silberreiher aus?

Der Silberreiher ist ein sehr schlanker und großer Vogel. Nach der Größe und der Haltung ähnelt der Silberreiher dem Graureiher und ist auch fast genauso groß. Beim Silberreiher ist der Hals etwas länger als beim Graureiher.
Der Körper des Silberreihers hat eine Größe von 85-100 cm. Die Spannweite des Silberreihers beträgt 143-169 cm. Damit liegt die Spannweite knapp unter der des Graureihers. Das Gewicht variiert zwischen 1000g und 1500g pro Exemplar. Bei fast gleicher Körperlänge ist der Seidenreiher also leichter und hat kürzere Flügel als der Graureiher. 
Der Silberreiher ist durchgehend weiß im Gefieder. Am Hinterkopf hat der Silberreiher keine Schmuckfedern. Der Schnabel ist lang und spitz. 
Im Brutkleid zeigt der Silberreiher lange Schulterfedern und die Schirmfedern der Handschwingen sind so lang, daß sie den Schwanz bedecken. 
Beim adulten Silberreiher ist der Schnabel in der Brutzeit schwarz mit gelber Basis, im Ruhekleid, und bei den Juvenilen, ist der Schnabel gelb. 
Die Beine des Silberreihers sind außerhalb der Brutzeit dunkel grünlich-grau, teilweise sogar schwarz. Während der Brutzeit sind die Beine am Unterschenkel gelb.
Die Iris ist in allen Kleidern und Altersformen gelb.


Wo kann ich den Silberreiher beobachten?

In Mitteleuropa hat der Silberreiher nur eine schwache Verbreitung. Brutpopulationen existieren in den Niederlanden und am Neusiedler See. Allerdings verbreitet sich der Silberreiher auch am Niederrhein, in Westfalen, in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein. 

In welchem Lebensraum finde ich den Silberreiher?

Der Lebensraum / Biotop des Silberreihers sind große Schilfgebiete und vegetationsfreie Flachwasserstellen. Die Gewässer müssen in der Nähe oder direkt anschließend einen geschlossenen Baumbestand oder Buschwerk aufweisen. Der Silberreiher ist z.B. am Niederrhein auch an kleinen Wasserläufen zu finden an denen, auch kleinwüchsige, Baumreihen stehen, mit kleinen Wiesen und Weiden, die durch Buschwerk oder Pappelreihen abgegrenzt sind. 

Wovon ernährt sich der Silberreiher?

Die Nahrung des Silberreihers besteht hauptsächlich aus Fischen. Daneben erbeutet der Fischreiher auch Amphibien oder Wasserinsekten. 
Der Fischreiher jagd auch auf Wiesen und Weiden. An Land ernährt sich der Silberreiher von kleinen Reptilien, Kleinsäugern wie z.B. von Mäusen und von Insekten.

Wie jagd der Silberreiher?

Bei der Jagd verhält sich der Silberreiher mehr oder weniger identisch wie der Graureiher. Im Wasser watet der Silberreiher langsam durch das Wasser und beobachtet seine potentiellen Beute. Der Silberreiher steht auch über eine lange Zeit vollkommen bewegungslos im Wasser oder auf einem Ast mit ausgestrecktem langen Hals und beobachtet seine Umgebung. Wenn eine potentielle Beute in Fangnähe kommt schnellt der spitze Schnabel vor und versucht die Beute zu fangen.

Silberreiher

Steckbrief: Silberreiher

Brutzeit - Gelege - Fortpflanzung - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum - Jagd

Systematische Einordnung:

Ordnung: Gänsevögel (Pelecaniformes)

Familie: Reiher (Ardeidae)

Unterfamilie: Tagreiher (Ardeinae)

Gattung: Reiher (Ardea)

Art: Silberreiher 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Ardea alba

Artname Englisch: Great Egret

Artname Französisch: La Grande Aigrette

Artname Niederländisch: de grote zilverreiger

Vorkommen / Verbreitung: Außer der Antarktis auf allen Kontinenten anzutreffen. In Mitteleuropa regelmäßige Vorkommen am Neusiedler See und in den Niederlanden. Inzwischen auch in Norddeutschland und am Niederrhein. 

 

Wanderungen: Strichvogel, Kurzstreckenzieher

Überwinterung: In milden Wintern bleiben die Seidenreiher im Brutgebiet. Jungvögel ziehen bereits nach dem Flüggewerden aus den Brutarealen ab, sofern sie nicht im Familienverband verbleiben. Adulte Seidenreiher verlassen zwischen September und Oktober die Brutgebiete. Überwinterung in den Niederlanden, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Niederrhein, vereinzelt in Frankreich und Spanien, Italien, kroatische Adriaküste, Griechenland, südliches Schwarzmeer (Bulgarien, Rumänien), Türkei, Irak, entlang des Nil.

Lebensraum: Der Seidenreiher bevorzugt große Schilfgebiete entlang von Flüssen, Seen, Altarmen von Flüssen. Die Gewässer müssen Baumbestand oder Buschwerk aufweisen. Außerhalb der Brutzeit ist der Silberreiher auch auf Wiesen und Weiden anzutreffen. Dann sind die Silberreiher einzeln zu beobachten oder auch zu zweit. 

Verhalten: tagaktiv

Kennzeichen: Männchen und Weibchen nicht unterscheidbar. 

Der Seidenreiher ähnelt größenmäßig dem Graureiher ist dabei aber schlanker und hat einen längeren Hals. Kopf, Hals, Körper, Flügel und Schwanz sind weiß. Am Hinterkopf keine Schmuckfedern. Im Brutkleid hat der Silberreiher lange Schirmfedern / Schulterfedern.

Der Schnabel der adulten Silberreiher ist zur Brutzeit bis auf die gelbe Schnabelbasis fast ganz schwarz, außerhalb der Brutzeit gelb. Bei den juvenilen Seidenreihern ist der Schnabel gelb

Die Beine des Seidenreihers sind dunkel-grünlichgrau bis schwarz. Während der Brutzeit sind die Unterschenkel gelb, manchmal auch rot.

Die Iris ist gelb.

Größe: 85-100 cm 

Gewicht: 1000 g – 1500 g

Spannweite: 143-169 cm

Stimme: Sehr schweigsam. Ruft nur am Brutplatz, tief-heiserer Ruf wie rrha. Auch Begrüßungslaut klingt wie „rroo-rrrooo“ in mehreren Folgen.

Fortpflanzung:

Geschlechtsreife: Der Silberreiher wird wohl im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif.

Erstmalige Brut: frühestens im zweiten Lebensjahr

Paarungszeit: April bis Juni, monogame Saisonverbindung

Bruten: 1 Jahresbrut

Eiablage: April/Mai

Eier: die Farbe der Eier ist blassblau.

Brutzeit: Ende April – Ende Juni

Nest: Bodennest im Röhricht. Zum Nestbau verwendet der Silberreiher alte Schilfhalme.

Gelege: 3-5 Eier, selten 2 Eier, maximal 6 Eier.  Männchen und Weibchen brüten

Nachgelege: Nachgelege bei Verlust kommen vor.

Legeabstand: 48 Stunden

Brutbeginn: mit Ablage des ersten Ei

Brutdauer: 25-26 Tage, Männchen und Weibchen brüten.

Schlüpfen: die Jungen schlüpfen synchron

Nestlingsdauer: Nesthocker. Die jungen Seidenreiher verlassen das Nest ab dem 20. Tag.

Flügge: 40-45 Tage

Selbständig: Der Familienverbund kann meistens noch länger bestehen. 

 

Nahrung: Der Seidenreiher ernährt sich meistens von Fischen, daneben werden auch Amphibien und Wasserinsekten gefressen. Auf Wiesen und Weiden gehören kleine Reptilien, Kleinsäuger und Insekten zur Nahrung.

Jagd: Ähnlich dem Graureiher watet der Seidenreiher langsam durch das flache Wasser oder steht bewegungslos mit steifem Hals im Wasser und beobachtet potentielle Beute. 

 

Lebensdauer: Die Lebenserwartung des Silberreihers liegt bei 22 Jahren.

Feinde: Infektionen, Mensch, Rabenvögel als Bruträuber, Greifvögel, Fuchs, Waschbär

Jagdzeit: Nein. Naturschutz

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