Mäusebussard Buteo buteo

Raymond Loyal Wildlife

Greifvögel

Greifvögel gehören zur Ordnung Accipitriformes und sind überwiegend tagaktive Vögel und schlagen mit ihren Fängen hauptsächlich lebende Beute. Artensteckbriefe Greifvögel

Einleitung / Vorbemerkungen zu den Greifvögeln

Greifvögel gehören zur Ordnung Accipitriformes und sind überwiegend tagaktive Vögel und schlagen mit ihren Fängen hauptsächlich lebende Beute. Einige größere Arten verzehren Aas (Geier).


Obwohl Eulen auch von lebender Beute leben, die sie mit ihren Fängen greifen, gehören sie nicht zur Ordnung Accipitriformes sondern bilden eine eigene Ordnung (Strigiformes). 


Die wesentlichen Kennzeichen sind:


  • kräftige, hakenförmige Schnäbel
  • Zehen mit scharfen Krallen
  • Geschlechter der adulten Vögel sehen sich ähnlich
  • Weibchen sind regelmäßig größer als die Männchen
  • ausgezeichnete Flieger
  • größere Arten segeln häufig zur Zeit der besten Thermik und lassen sich von warmen Aufwinden in die Höhe tragen. Dabei segeln sie in einem weiten Kreis spiralförmig in die Höhe


Unter den Begriff Greifvögel fallen47 tagaktive Arten, die sich in drei Familien aufgliedern. Die folgende systematische Gliederung bezieht sich dabei nur auf den paläarktischen Raum. Eine globale Systematik wäre erheblich umfangreicher. 


Systematische Einordnung:


Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtartige (Accipitridae)

Unterfamilie: Habichte und Sperber (Accipitrinae)

Gattungen: Habichte und Sperber (Accipiter) 

  • Sperber (Accipiter nisus)
  • Habicht (Accipiter gentilis)
  • Kurzfangsperber (Accipiter brevipes)

Unterfamilie Altweltgeier (Aegypiinae)

Gattung : Aegypius


  • Mönchsgeier (Aegypius monachus)

Gattung: Gyps


  • Gänsegeier (Gyps fulvus)
  • Sperbergeier (Gyps rueppelli)


Gattung: Torgos


  • Ohrengeier (Torgos tracheliotus)


Unterfamilie: Aquilinae

Gattung: Echte Adler (Aquila)


  • Steinadler (Aquila chrysaetos)
  • Kaiseradler (Aquila heliaca)
  • Iberienadler / Spanischer Kaiseradler (Aquila adalberti)
  • Schreiadler (Aquila pomarina)
  • Schelladler (Aquila clanga)
  • Zwergadler (Aquila pennata)
  • Habichtsadler (Aquila fasciata)

Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)

Gattung: Bussarde (Buteo)


  • Adlerbussard (Buteo rufinus)
  • Falkenbussard (Bteo buteo vulpinus)
  • Mäusebussard (Buteo buteo)
  • Rauhfußbussard (Buteo lagopus)


Unterfamilie: Schlangenadler (Circaetinae)

Gattung: Schlangenadler (Circaetus)


  • Schlangenadler (Circaetus gallicus)


Unterfamilie: Weihen (Circinae)

Gattung: Weihen (Circus)


  • Rohrweihe (Circus aeruginosus)
  • Kornweihe (Circus cyaneus)
  • Wiesenweihe (Circus pygargus)
  • Steppenweihe (Circus marcourus)


Unterfamilie: Gleitaare (Elaninae)

Gattung: Gleitaare (Elanus)


  • Gleitaar (Elanus caeruleus)


Unterfamilie: Gypaetinae

Gattung: Gypaetus


  • Bartgeier (Gypaetus barbatus)


Gattung: Neophron


  • Schmutzgeier (Neophron percnopterus)


Unterfamilie: Gypaetinae

Gattung: Seeadler (Haliaeetus)


  • Seeadler (Haliaeetus albicilla)


Unterfamilie: Milane (Milvinae)

Gattung: Milane (Milvus)


  • Rotmilan (Milvus milvus)
  • Schwarzmilan (Milvus migrans)


Unterfamilie: Wespenbussarde (Perninae)

Gattung: Wespenbussarde (Pernis)


  • Wespenbussard (Pernis apivorus)
  • Schopfwespenbussard (Pernis ptilorhynchus)


Familie: Pandionidae

Unterfamilie: Pandioninae

Gattung: Fischadler (Pandion)


  • Fischadler (Pandion haliaetus)

Greifvogelbeobachtung / Greifvogelbestimmung

Ein Problem der Greifvogelbeobachtung ist die Scheuheit der Vögel. Im Regelfall ist eine Beobachtung nur über eine größere Entfernung von ungefähr 200 m möglich. In Einzelfällen kommt man nah an die Tiere heran, das ist allerdings nur sehr selten der Fall. 
Auch bei einem vermeintlich größeren Abstand kann man es erleben, daß die Vögel von ihrer Warte abfliegen, nur weil sie beobachtet werden; also auch, wenn der Beobachter aus dem Auto heraus beobachtet.

Dadurch bedingt, ist die Beobachtungszeit durchaus kürzer als bei anderen Arten. Ein weiteres Problem sind vorkommende Gefiedervariationen und ähnliche Silhouetten. 

Knotenpunkte des Greifvogelzuges

Zu diesen Knotenpunkten zählen folgende Orte:

  • Falsterbö
  • Col d'Organbidexka / Frankreich
  • Strasse von Messina (Kalabrien /  Sizilien)
  • Gibraltar
  • Bosporus
  • Burgas / Bulgarien
  • Batumi / Georgien
  • Eilat / Israel
  • Northern Valleys / Israel

Allgemeines zu den Bussarden

Bussarde gehören zur Gattung Buteo und kommen in der Paläarktis in vier Arten vor:


  • Adlerbussard (Buteo rufinus)
  • Falkenbussard (Bteo buteo vulpinus)
  • Mäusebussard (Buteo buteo)
  • Rauhfußbussard (Buteo lagopus)


Mäusebussarde sind mittelgroße Greife mit breiten Flügeln. Bussarde kreisen häufig in der Mittagszeit über Feldern und Wiesen, wobei sie die Thermik ausnutzen und somit vom Aufwind in die Höhe getragen werden. Meistens zwischen 12Uhr und 14 Uhr sind vor allem Mäusebussarde in größeren Zahlen zu beobachten, wenn sie gemeinsam kreisen.


Ein anderes Merkmal der Bussarde, speziell der Mäusebussarde lange auf Erhöhungen wie Zaunpfählen oder Masten zu hocken und auf Beute zu warten, gelegentlich ist auch Rüttelflug zu beobachten. 


Beute sind häufig Kleinnager, Eidechsen oder Regenwürmer. 

Mäusebussard (Buteo buteo)

Mäusebussard Buteo buteo

Steckbrief: Mäusebussard

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtartige (Accipitridae)

Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)

Gattung: Bussarde (Buteo)

Art: Mäusebussard 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Buteo buteo

Artname in Englisch: Common Buzzard

Artname in Französisch: Buse variable.

Vorkommen / Verbreitung:  ganz Europa bis nach Zentralasien; Ausnahmen: Island und der Norden Skandinaviens (Norwegen, Schweden, Finnland)

 

Wanderungen: Jahresvogel, vornehmlich Teilzieher; 

Überwinterung: Nordafrika, Naher Osten bis nach Indien

 

Lebensraum: Waldgebiete mit angrenzenden Wiesen und Feldern mit kurzer Vegetation, auch in der Heide oder in Feuchtgebieten. 

 

Größe: 48-56 cm, Weibchen größer

Gewicht: ♂790 g, ♀schwerer mit ca. 990 g, Weibchen größer und schwerer

Spannweite: 110-130 cm

Kennzeichen: keine Unterscheidungsmöglichkeit im adulten Kleid; beim Brutpaar nach Größenunterscheid, dann auch nach Zeichnung Unterscheidung möglich.

Der Wechsel in das Alterskleid erfolgt nach einem Jahr. 

Stimme: lautes Rufen „hiääh“, sehr ruffreudig, ruft auch im Flug.

Geschlechtsreife: im zweiten Jahr

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit: März-Juni, 

Nest: auf größeren Waldbäumen. Baumart ist vom jeweiligen Baumbestand abhängig. Horst in Astgabeln, wird auch über viele Jahre hinweg genutzt, wenn die Brut nicht gestört wird. Dabei kann der Horst durchaus einen sehr großen Umfang annehmen. 

Gelege: 2-3 Eier

Nachgelege: möglich bei Verlust des ersten Geleges, 

Legeabstand: 2 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des letzten Ei

Brutdauer: 30-35 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, 45-50 Tage

Flügge: 55 Tage.

Nahrung: überwiegend Feldmäuse, gelegentlich auch Jungvögel, auch junge Kaninchen. Der Mäusebussard jagt nicht im Sturzflug wie der Habicht, sondern greift sich Mäuse meistens dadurch, daß er auf die Beute draufspringt und diese dabei mit den Fängen schlägt.  

Frisst auch Aas (tote Hasen und Kanin, verendetes Schalenwild)

Lebensdauer: 25 Jahre

Feinde: Menschen, Uhu, Habicht, Krähen, Wetter, Parasiten, Nahrungsmangel

Mäusebussard Buteo buteo

Fischadler (Pandeon haliaetus)

Fischadler Pandion haliaetus

Steckbrief: Was ist ein Fischadler?

Der Fischadler (Pandion haliaetus) gehört zur Ordnung der Greifvögel, ist aber wegen seiner Eigenart eine eigene Familie mit einer einzigen Gattung und nur einer Art; der Fischadler kommt fast überall auf der Welt vor und ist somit ein echter Kosmopolit.

Nach einer starken Verfolgung durch die Jagd bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts war der Fischadler an den Rand des Aussterbens gebracht worden.

An ruhigen Seen / Seenlandschaften brütet der Fischadler und kann auch über den Seen bei der Jagd beobachtet werden. Der Fischadler gleitet über das Wasser, teil in großer Höhe und rüttelt auch kurzfristig über dem Wasser. Fische fängt er durch einen Sturzflug, bei der Vogel klatschend in das Wasser eintaucht und danach wieder aus dem Wasser aufsteigt und weiterfliegt. Nicht jedes "Sturztauchen" führt auch zum Erfolg.

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Fischadler (Pandionidae)

Gattung: Fischadler (Pandion)

Art: Fischadler 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Pandion haliaetus

Artname in Englisch: Osprey

Artname in Französisch: Balbuzard pêcheur.

Steckbrief: Fischadler 

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

Vorkommen / Verbreitung:  echter Kosmopolit mit nahezu weltweiter Verbreitung auf fast allen Kontinenten. In Europa Verbreitung in den gemäßigten Regionen Mittel-, West- und Nordeuropas; es existieren Populationen am Roten Meer, Arabische Halbinsel, westliches Mittelmeer, Portugal, Spanien (Wiedereinbürgerung)


Wanderungen: Brutvogel, Sommervogel 

Überwinterung: hauptsächlich in Afrika


Lebensraum: klare Süßwasserseen in Wäldern, Seen und Flüsse in der Nähe von alten Baumbeständen, küstennahe Brackgewässer, teilweise auch küstennahe Felsvorsprünge (Australien).


Verhalten: tagaktiv


Kennzeichen: etwa Milangröße, überwiegend weiß; weißer Kopf mit schwarzem Band von Stirn bis Hinterkopf, Beine und Füße unbefiedert; beim Flug Flügel eingeknickt; rüttelt falkenartig über dem Wasser. 

Schnabel ist dunkel, Fänge grau und die Augen sind gelb. 


Jugendkleid: Federn an der Oberseite mit weißen Spitzen; Scheitel weiß mit dunklen Strichen. Große Unterflügeldecken mit dunkler Querbänderung; Iris beim immaturen Exemplar orange


Größe: 52-60 cm, Weibchen größer und schwerer

Gewicht: ♂1,1-1,7 kg, ♀schwerer mit ca. 1,2-2 kg, 

Spannweite: 152-167 cm

Stimme: helles kji-kji-kji.

Geschlechtsreife: in der Regel nach dem zweiten Jahr

Paarungszeit: Dezember-März; monogame Ehe, Verbindung hält lebenslang

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit: April-Juli, 

Nest: auf Bäumen oder in Felswänden. 

Gelege: 2-3 Eier

Nachgelege: möglich bei Verlust des ersten Geleges 

Legeabstand: 3 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des ersten Ei

Brutdauer: 36 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, ca. 55 Tage

Flügge: 55 Tage.


Nahrung: Fisch, fast ausschließlich lebende kleine bis mittelgroße Fische, selten auch größere Fische, Amphibien, Vögel (selten)


Der Fischadler kann gut vom Seeufer aus bei der Jagd beobachtet werden. Der Fischadler gleitet bei der Jagd über das Wasser, teils in großer Höhe und rüttelt dabei auch kurzfristig über dem Wasser. Fische fängt er durch einen Sturzflug, bei dem der Vogel klatschend in das Wasser eintaucht und danach wieder aus dem Wasser aufsteigt und weiterfliegt 

Wenn die Beute im Wasser abtaucht, bricht der Fischadler den Sturzflug ins Wasser abrupt ab. Dabei wird deutlich, daß Fischadler echte Flugakrobaten sind. 


Lebensdauer: 30 Jahre


Feinde: Seeadler, Mensch, Rabenvögel, Infektionen, Wetter


Fischadler Pandion haliaetus

Fischadler wird von Dohlen verfolgt

Fischadler
Fischadler
Fischadler
Fischadler

Rohrweihe (Circus aeruginosus)

Rohrweihe Circus aeruginosus

Steckbrief: Rohrweihe

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

Systematische Einordnung:

Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes)

Familie: Habichtartige (Accipitridae)

Unterfamilie: Weihen (Circinae)

Gattung: Weihen (Circus)

Art: Rohrweihe 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Circus aeruginosus

Artname in Englisch: Western Marsh Harrier

Artname in Französisch: Busard des Roseaux.

Vorkommen / Verbreitung:  verbreitet in Feuchtgebieten in Europa und Asien; ziehende Vögel können in allen offenen Landschaften angetroffen werden.

 

Wanderungen: Teilzieher

Überwinterung: Vögel aus West- und Südeuropa ziehen nach Südasien und nach West- und Zentralafrika, arabische Halbinsel.

 

Lebensraum: offene Landschaften mit Gewässern mit ausgedehnten Schilfgürteln, auch an Flüssen, Feuchtgebiete.

Verhalten: tagaktiv

Kennzeichen: überwiegend braun, Kopf heller als der Körper; Flügelspitzen schwarz. Im Flug leichte V-Stellung der Flügel.  ♂ Schwanz grau, Oberseite dunkel (braun); ♀überwiegend dunkelbraun; Kopf, Kehle und Flügelbug weißlich/grau. Juvenil ist ganz dunkelbraun, kann auch am Kopf rötlich-lehmfarben sein. 

Augen beim ♂ gelb, ♀gelb-braun, Juv. dunkelbraun

Größe: 43-55 cm, Weibchen größer und schwerer

Gewicht: ♂1,1-1,7 kg, ♀schwerer mit ca. 1,2-2 kg, 

Spannweite: 115-140 cm

Stimme: dünnes „klieeh“, pfeifendes „küiih“.

Geschlechtsreife: 2. Oder 3. Lebensjahr

Paarungszeit: März-April mit Balzflügen des Männchens; monogame Ehe

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit: April-Juli, 

Nest: in hohem Schilf. 

Gelege: 3-5 Eier

Nachgelege: möglich 

Legeabstand: 2-4 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des ersten Ei

Brutdauer: 32 Tage 

Nestlingsdauer: Nesthocker, ca. 4 Wochen, danach klettern die Jungen im angrenzenden Röhricht umher.

Flügge: 55 Tage.

 

Nahrung: Kleinsäuger, Vögel, Insekten; auch Wanderratten, Schermäuse, halbwüchsige Teich- und Blässrallen, junge Möwen, Ringelnattern, Frösche, Heuschrecken, Libellen

 

Lebensdauer: 15 Jahre

Feinde: Seeadler, Uhu, Fuchs, Marder, Mensch




Rohrweihe Circus aeruginosus

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