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Kraniche 

Kraniche gehören zur Familie Gruidae und sind große, stattliche Vögel. Sie haben lange Beine mit denen sie, sehr majestätisch, einherschreiten. 
Beim Flug wird der lange Hals gerade ausgestreckt. Außerhalb der Brutzeit versammeln sich Kraniche in großen Flügen und sind sehr gesellig. Die Geschlechter sind nicht zu unterscheiden. 
Kraniche sind fast weltweit vertreten, mit Ausnahme von Südamerika und der Antarktis. Der in Europa bekannte Kranich oder Graue Kranich ist nur ein Vertreter dieser Familie, die weltweit 15 Arten hat. In Europa, Nordafrika und Vorderasien kommen neben dem Grauen Kranich von der Schneekranich und der Jungfernkranich vor. 

Kranich Grus grus

Kraniche

Kraniche gehören zur Familie Gruidae und sind große, stattliche Vögel. Sie haben lange Beine mit denen sie, sehr majestätisch, einherschreiten. 
Beim Flug wird der lange Hals gerade ausgestreckt. Außerhalb der Brutzeit versammeln sich Kraniche in großen Flügen und sind sehr gesellig. Die Geschlechter sind nicht zu unterscheiden. 
Kraniche sind fast weltweit vertreten, mit Ausnahme von Südamerika und der Antarktis. Der in Europa bekannte Kranich oder Graue Kranich ist nur ein Vertreter dieser Familie, die weltweit 15 Arten hat. In Europa, Nordafrika und Vorderasien kommen neben dem Grauen Kranich von der Schneekranich und der Jungfernkranich vor. 

Systematik der Familie Gruidae:

Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)

Familie: Kraniche (Gruidae)

Unterfamilie: Kronenkraniche (Balearicinae)
Gattung: Kronenkraniche (Balearica)

Art

  • Südafrika-Kronenkranich (Balearica beolorum)
  • Kronenkranich (Balearica pavonina)


Unterfamilie: Echte Kraniche (Gruinae )
Gattung: Bugeranus
Genus:

  • Klunkerkranich (Bugeranus carunculatus)


Gattung: Anthropoides
Genera:

  • Jungfernkranich (Anthropoides virgo)
  • Paradieskranich (Anthropoides paradisea)


Gattung: Grus
Genera:

  • Nonnenkranich / Schneekranich (Grus leucogeranus)
  • Kanadakranich (Grus canadensis)
  • Weißnackenkranich (Grus vipio)
  • Brolgakranich (Grus rubicunda)
  • Saruskranich (Grus antigone)
  • Schwarzhalskranich (Grus nigricollis)
  • Mandschurenkranich (Grus japonensis)
  • Grauer Kranich (Grus grus)
  • Mönchskranich (Grus monachus)
  • Schreikranich (Grus americana)
Kranich

Was ist der Kranich?

Der Kranich (Grus grus), auch Grauer Kranich genannt, ist in Europa der einzige Vertreter der Familie der Kraniche überhaupt.
Der Kranich ist ein majestätischer Vogel, der den Menschen fasziniert. Kein Wunder, wenn der Kranich seinen Platz in der Mythologie der Völker gefunden hat. So galt der Kranich den Ägyptern als Sonnenvogel.
Bei den Griechen war der Kranich den Göttern Apollon und Hermes (Götterbote) zugeordnet. Außerdem war der Kranich das Symbol der Wachsamkeit und der Klugheit.
Der Kranich ist ein sehr scheuer und wachsamer Vogel. Wer den Kranich beobachten will, sollte schon ca. 300 m Abstand halten.
Außerdem ist der Kranich ein Wappentier und gilt in der Heraldik als das Symbol für Vorsicht und schlaflose Wachsamkeit. Das liegt an der Vorsicht und Umsicht der Kraniche.
Der Kranich ist das Wappentier der Lufthansa.
Wo brüten Kraniche? Sie brüten in aufgelockerten Sumpfwäldern, mit Gewässern, Tümpeln und Gräben.
Sind Kraniche gesellig? Außerhalb der Brutzeit sind Kraniche gesellig und versammeln sich auf den Feldern in großen Flügen mit teileweise mehreren hundert Tieren.
Trompeten Kraniche? Kraniche sind ziemlich laut. Der trompetenartige Ruf klingt so ähnlich wie "kruu". Die Kraniche rufen auf dem Feld und auch im Flug.
Wie scheu sind Kraniche? Sehr scheu. Der Abstand zu Kranichen liegt im Durchschnitt bei ca. 300 m. Wenn in einer Kranichgruppe alle Vögel die Köpfe heben, dann sind sie sehr beunruhigt und ein Abflug der Gruppe steht kurz bevor.
Der Artensteckbrief für den Kranich ist am Ende dieser Seite.

Kranich
Kranich
Kraniche

Den Kranich Beobachten

Kraniche sind in Deutschland selten. Die Tiere haben eine schon majestätische Erscheinung. In Deutschland können wir Kraniche während der Zugzeit am besten zu Gesicht bekommen. Im Frühjahr auf dem Früjahrszug in die Brutquartiere und im Herbst auf dem Herbstzug in die Winterquartiere.
Kraniche brüten in Waldmooren, Sumpfgebieten und Bruchwäldern. Gebrütet wird auf einem Bodennest aus angehäuften Pflanzen.
Überwinterung in: Mittelmeerraum z.Teil in Spanien und Frankreich, Nordafrika, östliches Mittelmeer und Schwarzmeergebiet.
Brutgebiete: Nordosteuropa, Ostseestaaten (DK, NO, SE, FI, Baltikum, Weißrussland, Russland). Über einen schmalen Flugkorridor ziehen die Kraniche durch Deutschland und gelangen über die vorpommersche Boddenlandschaft in die Brutgebiete in Skandinavien, Polen, Baltikum, Weissrussland und Russland. Es bleiben auch kleine Brutpopulationen in Deutschland. Seit der Renaturierung der Diepholzer Moorniederung gibt es auch dort inzwischen Brutvorkommen. Auch im Duvenstedter Brook im äußersten Nordosten der Stadt Hamburg wird inzwischen gebrütet und das Gebiet wird als Raststation während der Zugzeit genutzt.


Beobachtungsturm Rehdener Geestmoor
Rehdener Geestmoor
Rehdener Geestmoor
Beobachtungsturm Rehdener Geestmoor

Gute Beobachtungsmöglichkeiten während der Zugzeiten sind die Diepholzer Moorniederung, Groß Mohrdorf, Kargow, Zingst in der vorpommerschen Boddenlandschaft und auch in Brandenburg im Großraum Angermünde/Schwedt.
In der Diepholzer Moorniederung gibt es mehrere feste Beobachtungspunkte (Aussichtsturm), von denen aus die Kraniche beobachtet werden können:

  • Arkeburger Str. 22, 49424 Goldenstedt – Großes Moor bei Barnstorf loc
  • Moordamm 7-10, 49453 Hemsloh – Rehdener Geestmoor loc
  • Hochmoorweg10, 49419 Wagenfeld – Neustädter Moor loc
  • Salle, 31066 Wamsen (Uchte) loc
  • Darlaten 55, 31600 Wamsen (Uchte) loc
  • Moor 17, 32351 Oppenwehe – Oppenweher Moor loc
  • Deckertau, 27259 Freistatt – Mittlere Wietingsmoor loc


Maps location (loc) verbindet mit Google Maps und zeigt die ungefähre Position des Gebietes.

Die meisten Beobachtungsmöglichkeiten bieten sich Redender Geestmoor. Tagsüber können Kraniche auf den Stoppelfeldern und auf Wiesen beobachtet werden.
Das Auto ist hierbei auch gleichzeitig das mobile Tarnzelt. Steigt nicht aus, sondern beobachtet die Vögel aus dem Fahrzeug heraus. Das gilt auch für die Naturfotografen. Da die Tiere sehr scheu sind, ist die Beobachtungsentfernung im Durchschnitt um die 300 m. Zum Fotografieren eignen sich auch Bridgekameras mit Brennweiten bis 1200mm, besser sind DSLR oder DSLM mit lichtstarken Festbrennweiten ab 500mm. Bei Bridgekameras auf manuellen Modus gehen und den Blitz ausschalten. Bitte überhaupt nicht blitzen, da das die Tiere erschreckt.
An den Aussichtstürmen liegt in der Regel auch ein Infoblatt zum Beobachtungsgebiet zum Mitnehmen aus.
Der BUND unterhält im Bereich Diepholzer Moorniederung einen mobilen Beobachtungsstand. Dieser Beobachtungsstand steht während der Zugzeit an den jeweils besten Orten für Beobachtungen. Der aktuelle Ort ist der BUND-Mitteilung im Web zu entnehmen.

Das Rehdener Geestmoor in der Diepholzer Moorniederung

Rehdener Geestmoor
Kraniche
Kraniche
Kraniche

Regeln für die Beobachtung:

Mindestens 1 Stunde vor Sonnenuntergang am Beobachtungspunkt sein. Den Fußweg zum Beobachtungspunkt in die Zeitplanung einbeziehen.

  1. Nutzt die festen Beobachtungseinrichtungen um die Kraniche beim Einflug in die Vorsammelplätze und Schlafplätze zu beobachten.
  2. Ruhe bewahren und warten.
  3. Zur Beobachtung eignen sich lichtstarke Ferngläser (Nachtglas) 8x56 oder auch 10X42 evtl. auch 15x42. Empfehlung: ein Spektiv (30x80) benutzen, am Besten auf ein Stativ setzen, ist stabiler. 
  4. Fotografieren nur mit sehr lichtstarken Festbrennweiten möglich, solange die Belichtungszeit eine Aufnahme noch möglich macht. Keine Blitzfotografie. Über ISO 1600 sind die Aufnahmen bereits unbrauchbar. Dann beschränkt euch lieber auf das Beobachten.
  5. Immer Abstand halten. Die Fluchtdistanz ist sehr hoch. Im Regelfall mindestens 200 bis 300 m.
  6. Alle Köpfe hoch bei den Kranichen bedeutet: Die Tiere fühlen sich erheblich gestört. Mit einem Abflug der ganzen Gruppe ist zu rechnen. Also stört die Tiere nicht.
  7. Tagsüber Beobachtung aus dem Auto. Dann sind die Kraniche auf den Feldern bei der Nahrungssuche.


Die Regeln gibt es hier als Download pdf


Kranichbeobachtung am Oppenweher Moor

Kraniche Oppenweher Moor
Kranichbeobachtung Oppenweher Moor
Kraniche Oppenweher Moor
Oppenweher Moor
Oppenweher Moor

Steckbrief: Grauer Kranich

Kranich - Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum - Biologie - Bilder


Systematische Einordnung:

Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)

Familie: Kraniche (Gruidae)

Unterfamilie: Echte Kraniche (Gruinae)

Gattung: Graue Kraniche (Grus)

Art: Grauer Kranich / Kranich 

 

Beschreibung

Wissenschaftlicher Name: Grus grus

Artname in Englisch: Common crane

Artname in Französisch: Grue cendree.

Vorkommen / Verbreitung:  Nordosteuropa, Ostseestaaten (DK, NO, SE, FI, Baltikum, Weißrussland, Russland).

 

Wanderungen: Überwiegend Sommervogel 

Überwinterung: Mittelmeerraum zum Teil in Spanien und Frankreich, Nordafrika, östliches Mittelmeer und Schwarzmeergebiet.

 

Lebensraum: aufgelockerte Sumpfwälder mit Gewässern, Tümpeln, Gräben, Kleine Gewässer mit Inseln

Außerhalb der Brutzeit ist der Kranich auf Wiesen, Weiden und abgeernteten Feldern (in Norddeutschland meistens abgeerntete Maisfelder) anzutreffen. 

Verhalten: tagaktiv

Besondere Eigenschaften: Kraniche tanzen und begrüßen sich mit hoch erhobenem Kopf. Diese Balzrituale werden auch außerhalb der Brutzeit durchgeführt und können auch bei großen Gruppen von Kranichen beobachtet werden. Außerhalb der Brutzeit ist der Kranich sehr gesellig und versammelt sich gern in größeren Flügen von teilweise mehreren hundert Tieren. 

Der Kranich ist extrem scheu. Die Fluchtdistanz zum Menschen beträgt durchschnittlich ca. 300 m. Gegenüber anderem Wild, wie z.B. Rehen, zeigen die Kraniche überhaupt keine Berührungsängste. Rehe stehen beim Äsen teilweise direkt neben den Kranichen. 

Kennzeichen: Sichtbar größer als ein Storch. Farbe ist überwiegend grau (Körper und Flügel). Eine Besonderheit sind die sichelartig über den Schwanz herunterhängenden Schirmfedern (innere Armschwingen).

Kopf und Hals mit schwarzer Frontpartie, Stirn schwarz, weißer Streifen zieht sich vom Auge seitlich abwärts über den Halsrücken. Der Scheitel ist rot, dahinter beginnt ein kurzer schwarzer Streifen bis an den Hinterkopf.

Im Flug werden die langen Beine über den Schwanz hinausgestreckt. 

Juvenile sind einfarbig grau mit graubraunem Kopf

Größe: 96-119 cm; Körper alleine 55-65cm

Gewicht: ca. 6 kg

Spannweite: 180-222 cm

Stimme: trompetenartige Rufe, Kraniche sind sehr ruffreudig, besonders in Gesellschaft. Die Rufe sind laut und über weite Entfernung zu hören. Stimme kling so ähnlich wie „krruuu“

Geschlechtsreife: drittes bis fünftes Lebensjahr, dann auch erste Brut. Es sind auch Fälle bekannt, wo sich Kraniche schon im zweiten Lebensjahr verpaarten; möglicherweise dann auch schon ein Brutrevier besetzten.

Paarungszeit: Kraniche balzen das ganze Jahr über. Das Balzverhalten nimmt allerdings ab März zu; monogam, lebenslange Verbindung

Nestbau: April-Mai

Bruten: 1 Jahresbrut

Brutzeit/Legezeit: (Anfang März) meist Anfang/Mitte April – Ende Juli (August), 

Nest: Bodenbrüter. Das Nest selbst ist der Mittelpunkt des Brutreviers. Zum Nestbau werden die Pflanzen im direkten Umfeld des Nestes verwendet (Radius von ca. 10 m). Als Nistmaterial kommen Schilf, Röhricht, Binsen, Riedgräser etc. zur Verwendung. Entscheidend ist der Bewuchs um den Nistplatz. 

Nistplatz: Nest am Boden im feuchten, meistsens sumpfigen Gelände. In Deutschland werden bevorzugt Wälder bzw. Waldränder genutzt.  

Gelege: 2-(3) Eier.  

Nachgelege: möglich bei Gelegeverlust

Eiablage: März-Mitte April

Legeabstand: 2-3 Tage

Brutbeginn: mit Ablage des letzen Ei, 

Bebrütung: Die Bebrütung ist durch Brutpausen gekennzeichnet. Durchgehend wird zwischen 1,5 bis 4,5 Stunden gebrütet; abhängig von Wetterbedingungen und Temperaturen. Die Altvögel wechseln sich beim Brüten ab. Tägliche Bebrütung über ca. 12 Stunden.

Brutdauer: 29-31 Tage, beide Altvögel brüten 

Gelegeverluste: in der Regel 20-30%; Ursachen sind meistens fallendes Niveau des Wasserpegels, Räuber wie Fuchs, Marder

Nestlingsdauer: Nestflüchter. Jungvögel können nach 1 Tag sicher stehen und selbständig gehen. Spätestens nach dem zweiten Tag werden die Jungtiere vom Nest weggeführt. Beide Altvögel kümmern sich um die Jungen und füttern auch gemeinsam. 

Ernährung der Jungvögel: die Altvögel füttern die Jungen anfangs mit Insekten, Larven, Würmer oder Schnecken. 

Flügge: nach ca. 10 Wochen.

 

Nahrung: Samen, Insekten, Würmer, Kleinsäuger, Nagetiere, Amphibien (Frösche), Kartoffeln, Mais

 

Lebensdauer: ca. 20 Jahre

Feinde: Fuchs, Sauen, Krähen, Seeadler, Mensch

Jagdzeit: Nein. Naturschutz

Kranich Grus grus

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